Aus der Zeit gefallene Orte: Westberlin III

Aus der Zeit gefallene Orte: Westberlin III

Filmstills: Helke Sander, Text: Anna-Lena Wenzel
In ihrem Film Die allseitig reduzierte Persönlichkeit begleitet die Filmemacherin Helke Sander die Fotografin Edda durch ihren Alltag: wie sie Negative in ihrem Badezimmer entwickelt, ihr Kind ins Bett bringt, enervierende Gespräche mit Redakteuren führt, mit ihrer Frauengruppe über das nächste Projekt diskutiert und bei offiziellen Veranstaltungen ihrem Fotojournalistenjob nachgeht. Und das alles vor der schwarzweißen Kulisse Westberlins im Jahre 1978. Eine Stadt, die durch die Mauer ebenso geprägt ist wie durch zahlreiche Baustellen. Man sieht: Den Grenzübergang Bornholmer Straße, ein Motorrad im Grenzstreifen vor der Oderberger Straße, das Kottbusser Tor von der Skalitzer Straße und vom Kottbusser Damm aus kommend. Ein weiterer Still zeigt Edda wie sie ihren Kolleginnen ihre Fotoideen vorstellt, die sie für eine gemeinsame Plakataktion entwickelt hat. Die Fotografinnen haben den Wettbewerb "Fotografen sehen ihre Stadt" gewonnen, der im Rahmen eines Künstlerförderprogramms ausgerufen wurde. Die Gruppe diskutiert stundenlang, ob sie mit ihren ungeschönten Motiven der Stadt, auf sie Dreck, Ruinen und Mauern festhalten, nicht der Zensur der Politiker zum Opfer fallen (der Wettbewerb sollte ursprünglich der Imagepflege dienen).

Die Hälfte der Screenshots sind der sehr empfehlenswerten Publikation Helke Sander: I like chaos, but I don’t know whether chaos likes me. Texte aus „Frauen und Film“ entnommen, die Achim Lengerer und Janine Sack 2021 als Buch und E-Book herausgegeben haben. Das Buch enthält unter anderem Auszüge aus einer Arbeitsversion des Drehbuchs zum Film Die allseitig reduzierte Persönlichkeit sowie ein aktuelles Gespräche mit Helke Sander und Nachdrucke ihrer in der Filmzeitschrift Frauen und Film erschienenen Texte.

 
Di, 02/08/2022 - 19:26
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